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Interview mit Maurice Metze dem Vizemeister im 1RM featherweight

CalServus und herzlich Willkommen zurück auf dem Flex-Calisthenics Blog. Heute haben wir ein richtig cooles Interview am Start. Der Gast heißt Maurice Metze und er konnte bei der diesjährigen deutschen Meisterschaft im Calisthenics und Streetworkout den zweiten Platz im 1-Rep-Max in der Gewichtsklasse featherweight belegen. Ich will jedoch nicht zu viel verraten, deswegen beginnen wir mit dem Interview. Viel Spaß dabei!

Servus Maurice, stelle dich bitte unseren Leserinnen und Leser kurz vor. 

 

Hallo, ich bin Maurice Metze,  25 Jahre alt und komme aus Heiligenhaus in NRW. Mit Calisthenics habe ich vor ca. 5 Jahren angefangen.

 

Was waren deine Beweggründe mit Calisthenics zu beginnen? Was bedeutet Calisthenics heute für dich?

 

Mir ist das reine Geräte und Freihanteltraining zu stumpf geworden und bin dann über Videos im Internet auf Calisthenics gestoßen. Calisthenics ist für mich deutlich kreativer und funktioneller. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass die Comunity viel familiärer ist als in anderen Sportarten. Man hilft sich gegenseitig und freut sich über den Erfolg anderer. Was mir extrem wichtig ist, ist dass man kein Geld braucht um den Sport zu betreiben und man sich keine Leistung durch besseres Equipment etc. erkaufen kann. Ist zumindest meine Meinung. 

Heute gehört Calisthenics ganz normal zu meinem Tagesablauf und bietet mir einen Ausgleich zum Rest des Tages. Ich sehe und treffe Freunde beim Training und kann mich bei Wettkämpfen mit mir selbst und anderen messen.

 

Wenn du mal nicht im Training oder auf einem Wettkampf bist, was machst du beruflich und wie viel Stunden arbeitest du in der Regel? 

 

Meine Familie ist selbstständig und wir haben ein Stahl- und Metallbau Betrieb in Düsseldorf, das heißt jeden Tag mindestens 10 Stunden körperlich arbeiten, einen festen geregelten Feierabend gibt es nicht wirklich. Ich habe Feierabend, wenn ich mit meiner Arbeit durch bin und die Arbeitsvorbereitung für den nächsten Tag fertig sind. 

 

Wow das ist extrem krass. Wie viel Zeit bleibt dir da noch für das Training? Wie bringst du da alles unter einen Hut? Mit Training, Arbeit, Privat Leben? Könntest du uns einen typischen Tag von dir von morgens bis abends schildern?

 

Momentan trainiere ich 6 mal in der Woche, variiert je nach Plan zwischen 5-6 mal. 

Man muss Prioritäten setzen, was will man erreichen ? An erster Stelle steht die Arbeit, an zweiter der Sport und leider an dritter Stelle mein Privatleben. 

 

0520 Uhr aufstehen und fertig machen/ erster Snack 

- 0630 Uhr Arbeitsbeginn 

- 0900 Uhr Frühstücken 

- 1230 Uhr Mittagessen

- ca. 1700-1800 Uhr Feierabend, direkt zum Sport fahren und unter 2 Stunden bin ich nie durch mit Warm up, Mobility und Calisthenics. 

- ca. 2000 Uhr Zuhause, dann Abendessen kochen, essen und im Anschluss Frühstück und Mittagessen für den nächsten Tag vorbereiten,   meine Sporttasche für den nächsten Tag packen und duschen gehen. 

- 2200-2245 Uhr schlafen gehen. 

Ich probiere Einkäufe und Sachen die ich erledigen muss auf das Wochenende zu legen (Friseur, Auto waschen, Zuhause aufräumen, Wäsche waschen, etc. )

 

Höchsten Respekt dafür! Das bedarf ein sehr hohes Maß an Disziplin und Willenskraft!

Kommen wir zu deinem Training. Wie trainierst du und wie strukturierst du dein Training aktuell? 

 

Aktuell trainiere ich im 6er Split, Pull/Push/Beine/Pull/Push/Beine, varriere dann mit einem 5er Split Pull/Push/Beine/Oberkörper/Beine.

Ich schaue, dass ich alle Grundübungen mind. 2mal pro Woche trainiere. Ich fokussiere mich eher auf Sets and Reps und mache kaum skilltraining. 

 

 

Bedienst du dich an anderen Trainingsformen, um dein Calisthenics Training zu ergänzen? Wenn ja, welche und warum?

 

Mittlerweile schon, ursprünglich war ich nur draußen trainieren und wollte keine Langhanteln und Gewichte benutzen, seit fast 2 Jahren trainiere ich weighted Calisthenics und dazu gehören auch Backsquats. Seit diesem Jahr arbeite ich auch mit Deadlifts und teilweise mit Bankdrücken, der Übertrag auf die Grundübungen im Calisthenics ist einfach da und man kann die Intensität besser steuern. 

 

 

Du bist ein sehr erfolgreicher Wettkampfathlet. Was würdest du sagen, war bisher dein größter Erfolg?

 

Der 2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft 2019 im 1RM unter 73kg 

 

Was sind die wichtigsten Dinge, die dich der Sport gelehrt hat?

 

Ich denke Geduld, sich erreichbare Ziele zu setzen und auf seinen Körper zu hören.

Man wird nicht stark, weil man jeden Tag 101% beim Training gibt und bis zum Existus trainiert. Training ist Training und Wettkampf ist Wettkampf. Ein gezieltes Warm up und Mobility Training gehören für mich genauso zum Training und es macht definitiv Sinn dafür genügend Zeit zu investieren um besser und stärker zu werden. 

 

 

Was machst du nur für dich?

 

Bei der Frage habe ich ziemich lange überlegt. Warscheinlich nehme ich mir viel zu wenig Zeit für mich. Trotzdem würde ich Calisthenics antworten. Jedes mal wenn ich genervt oder gestresst von der Arbeit komme, gehe ich entspannt und ausgeglichen vom Sport nachhause. 

Ansonsten setze ich mich ganz gerne mit meinem besten Freund irgendwo ans Wasser, quatschen ein wenig und genießen einfach die Ruhe. 

 

Dein Tipp für die ultimative Regeneration?

 

Eine gesunde ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf, Wechselduschen und probieren so wenig Stress wie möglich zu haben. 

 

Was würdest du ambitionierten Athleten mitgeben, die sich noch nicht trauen bei einem Wettkampf teilzunehmen?

 

Ich habe bis jetzt keinen Wettkampf mitbekommen, wo sich jemand über eine schlechte Leistung lustig gemacht hat. Ganz im Gegenteil, man bekommt Tipps und Tricks von erfahreren Athleten. Es ist ein Unterschied irgendwann beim Training eine Leistung abzurufen oder an Tag X einen Versuch zu haben. Man sammelt Erfahrung und optimiert die Vorbereitung von jedem Wettkampf. Ich würde sagen, dass ich stetig daran wachse, man sammelt Erfahrung, Nervosität nimmt ab und man erweitert immer wieder aufs neue das Limit was es nur im eigenen Kopf gibt, weil einer um die Ecke kommt und irgendwas unglaubliches raus haut. 

 

Wow vielen Dank für das sehr inspirierende und interessante Interview. Ich wünsche dir nur das Beste auf deinem zukünftigen Weg und freue mich schon wieder dich auf dem nächsten Event/Wettkampf anzutreffen. 

 

Wenn du mehr über Maurice erfahren möchtest, oder ihn bei seiner Journey verfolgen willst, dann folge ihm auf Instagram @23maurice_

 

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