· 

Meine erste deutsche Meisterschaft im Calisthenics & Street Workout

Am Samstag, den 05.05.2018 hat Ghettoworkout Dessau zu der deutschen Meisterschaft im Calisthenics & Street Workout eingeladen. Die besten Athleten Deutschlands sind in zwei Kategorien gegeneinander angetreten. Im Freestyle Calisthenics geht es darum, in drei Minuten eine einstudierte Choreographie mit anspruchsvollen dynamischen und statischen Skills abzuliefern. Im Power Calisthenics gibt es seit diesem Jahr vier Disziplinen. Das Ziel ist es, die meisten Wiederholungen in Muscleups, Klimmzüge +32Kg , Dips +48Kg und Squats +100Kg (in meiner Gewichtsklasse, unter 75Kg) mit einer vorgegebenen Form der Übung zu absolvieren. Jede gewertete Wiederholung, unabhängig von der Übung, wird aufaddiert und ergibt das Endergebnis.

 

Im Februar hatte ich mich dazu entschieden auf die deutsche Meisterschaft zu trainieren. Mir war bewusst, dass ich bei den Dips und den Squats einiges aufzuholen hatte, um am Wettkampf teilzunehmen. Ich konnte zu dem Zeitpunkt nicht einmal die 48Kg Dippen und bei den Squats mit 100 Kg war ich bei 2-3 Wiederholungen. Das war genug Ansporn mein Training darauf auszulegen, dass ich meine Technik verbessere und stärker werde, um mich für den Wettkampf zu qualifizieren. Das bedeutete, es stehen drei Monate hartes Training vor der Tür.

Es war verdammt hart, sich 5-6x die Woche zu motivieren alleine ins Training zu gehen. Ich hatte keinen Coach oder Trainingspartner, der mir zu Seite stand und mich in den drei Monaten begleitet, gepusht oder angeschrien hat. Was manchmal bitter notwendig gewesen wäre! Naja damit musste ich leben und habe die Vorbereitung mit sämtlichen Höhen und Tiefen alleine durchgezogen, was letztendlich eine krasse Erfahrung war! Ich konnte vieles im Bereich Trainingsplanung, Regeneration und Mentalität lernen.

 

Es wurden nur eine gewisse Anzahl an Athleten zugelassen, deshalb musste man sich bis Mitte April mit seinen aktuellen Bestleistungen in den einzelnen Disziplinen bewerben. Eineinhalb Wochen vor dem Wettkampf wurden dann die qualifizierten Athleten bekannt gegeben und mein Name war dabei! Das war für mich persönlich ein kleiner Sieg. Ich hatte mir vorgenommen mit dem olympischen Gedanke „Dabei sein ist alles“ nach Dessau zu fahren und in jeder Disziplin meine Bestleistungen abzuliefern.

 

Am 05.05.2018 war es soweit. Ich bin am Freitag nach Leipzig gereist und am Samstag mit Tonio, Siggi und Vasilli nach Dessau gefahren. Dort angekommen haben wir ein Outfit bekommen (Danke an Turnbar, die Hose ist der Shit :D). Anschließend war Einwiegen (ich hatte 69,3Kg), Warmup und dann ging es endlich los!

 

Alle Athleten sind gemeinsam in die Arena gelaufen, es kam die deutsche Nationalhymne und anschließend ging es mit der Power Competition los. Die erste Disziplin waren Muscleups. Fuck, ich sage es dir, ich war unfassbar aufgeregt :D. Ich war der dritte Athlet, bin an die Stange mit 110% Fokus und hab 14 Muscleups rausgeballert, von den 12 gewertet wurden – Bestleistung! Anschließend waren Pullups mit +32Kg dran, da konnte ich nur 12 Wiederholungen machen, von den 11 gewertet wurden. Ich hatte mir 13 vorgenommen, aber das war trotzdem in Ordnung. Nach den Pullups war für uns erst einmal Pause, weil die erste Runde der Freestyle Competition dran war.

 

Ich war bis dahin sehr zufrieden mit meiner Leistung, wusste aber dass jetzt die Dispziplinen kommen, wo ich nicht so stark war. Die dritte Disziplin waren Dips mit 48Kg Zusatzgewicht. Meine Bestleistung im Training waren 7 Wiederholungen. Im Wettkampf habe ich 9 gemacht und 9 wurden gewertet – absolute Bestleistung für mich! Kein Plan, wo die auf einmal herkamen, aber es war der Hammer! Nach den Dips bin ich am Scoreboard vorbei gelaufen, habe die Werte überschlagen und habe gesehen, dass ich nach drei von vier Disziplinen auf dem Treppchen stehen würde. Leider bedeutete das nichts, da die Wettkämpfe meistens durch Squats entschieden werden und ich wusste, dass ich da nicht so stark war. 

Ich konnte bei den Squats mit 100 Kg absolute Bestleistung erzielen. Im Training waren höchstens 7-8 Wiederholungen drin und im Wettkampf  habe ich 14 Reps gemacht, was einfach nur Krass war für meine Verhältnisse. Es hat, wie vermutet leider nicht gereicht, weil die anderen Jungs einfach stärker waren und somit bin ich am Ende des Tages auf dem 6. Platz gelandet.

 

 

Das Fazit aus meiner ersten deutschen Meisterschaft ist für mich positiv, da ich in drei von vier Disziplinen Bestleistungen erzielen konnte. Jedes einzelne Training hat sich gelohnt und ich bin stolz auf meine Leistungen. Der bittere Beigeschmack, sind die Squats, da war ich einfach zu schwach, um oben mit zu schwimmen. Das ist aber kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Ganz im Gegenteil, jetzt gebe ich erst richtig Gas und dann schauen wir was nächstes Jahr drin ist!

 

Meine Stats im Vergleich von Wettkampf und Trainingsbeginn im Februar:

 

Muscleups:             12 Reps                                 8 Reps

Pullups +32Kg         11 Reps                                 9 Reps

Dips +48Kg               9 Reps                                 0 Reps

Squats +100Kg        14 Reps                                 3 Reps

 

Eins hat mich das ganze gelehrt. Entweder du trainierst für dich selbst oder du lässt es sein!

Niemand interessiert sich für deine Ausreden, Wehwehchen oder Entschuldigungen. Am Ende des Tages bist du die Person, die gewinnt oder verliert.

 

Vielen Dank für deine Zeit

 

Flex

Kommentar schreiben

Kommentare: 0